Aufruf

  • Die IG Metall fordert:

    Studiengebühren abschaffen

    Studiengebühren sind unsozial und verschärfen die finanziell enge Situation der Studierenden. Heute arbeiten 66 Prozent der Studierenden durchschnittlich 13,5 Stunden in der Woche neben ihrem Vollzeitstudium! Die Studiengebühren sind ein zusätzlicher Finanzierungsaufwand zum ohnehin teuren Studium. Sie erhöhen die Anzahl der ‚Abgeschreckten’, die aus finanziellen Gründen kein Studium aufnehmen können. Damit sind sie ein Angriff auf die Möglichkeit aller, nach ihren Fähigkeiten an Bildung teilzunehmen.

    Impressionen der Campustour

    Studierbarkeit der Studiengänge

    Studierende treffen auf spezialisierte Studiengänge,bei denen kaum jemand wirklich weiß, was darinsteckt. Das statistische Bundesamt kennt knapp 4.000 verschiedene Studiengangsbezeichnungen. Zergliederte und auch überfüllte Lehrpläne führen aber nicht zum Studienerfolg. Es braucht vielmehr sinnvolle akademische Berufsbilder statt Studiengangswahn. Zudem muss an den Hochschulen über alternative Lehr- und Lernkonzepte nachgedacht werden. Hier ist auch ein Umdenken bei den Hochschullehrenden erforderlich. Nicht „Raus-Prüfen“sondern „Coaching“ muss das Motto sein

    Freier Zugang zum Master

    Wer mit abgeschlossenem Bachelor einen Master machen will, muss diese Möglichkeit erhalten. Willkürliche Schranken, wie z. B. einen festgelegten Numerus Clausus oder Quoten bezogen auf den Bachelorstudiengang, darf es beim Masterzugang nicht geben. Dazu müssen die Hochschulen entsprechend finanziell ausgestattet werden.

    Öffnung der Hochschulen

    Hochschulische Bildung ist ein Weg der persönlichen Weiterentwicklung und des gesellschaftlichen Aufstiegs. Daher muss der Zugang zur Hochschule jenseits des ersten Bildungsweges konsequenter geöffnet und begleitet werden. Wer Bildungsdurchlässigkeit ernst nimmt, muss auch betrieblich angeeignete Kompetenzen anerkennen. Es bedarf einer echten Kooperation zwischen Hochschulen, den betrieblichen Akteuren und der Politik, damit über die Hochschulgrenzen hinweg Klarheit über die Modalitäten herrscht, die unterschiedlichen Interessen einfließen können und das Studium über die offene Hochschule praktisch möglich wird.

    Demokratisierung der Hochschule

    Die Gewerkschaften stehen für Mitbestimmung am Arbeits- und am Ausbildungsplatz. Im Zuge der Durchsetzung der unternehmerischen Hochschule wurde die Demokratie innerhalb der Hochschulen immer mehr zurückgedrängt. Die ohnehin schon mit fragwürdiger demokratischer Legitimation ausgestatteten Senate haben zunehmend an Entscheidungsmacht verloren. Landeszielvorgaben und Drittmittel bestimmen den Hochschulalltag. Der Einfluss der Wirtschaft steigt durch die herausgehobene Rolle von Hochschul- bzw. Stiftungsräten. So werden die demokratischen Gremien immer mehr entmachtet. Hier muss gegengesteuert werden. Die Vertretung der Studierenden, des Mittelbaus und der nicht-wissenschaftlichen Angestellten muss deutlich gestärkt werden.

  • Zeichen der Zeit nicht erkannt!

    Im Kontext des Fachkräftemangels haben 14 Bundesländer eingeführte Studiengebühren wieder abgeschafft oder gar nicht erst eingeführt. Nur Bayern und Niedersachsen halten an der Finanzierung der Hochschulen durch die Studierenden fest. Und es wird noch absurder:
    Die Ministerin für Wissenschaft und Kultur Niedersachsens, Wanka, orakelt, dass Studiengebühren bis zum Jahr 2017 bundesweit eingeführt werden.

    Verschuldet durch Studiengebühren! Seit dem Wintersemester 2006/2007 zahlen in Niedersachsen Studierende für das Erststudium Studiengebühren von 500 Euro pro Semester, hinzu kommen die Semestergebühren. Für Studierende mit reichen Eltern im Hintergrund, kein Problem. Für alle anderen gilt: Verschuldet in den Beruf oder kein Studium!

    Zahlen für die Bausubstanz! Unter dem Deckmantel der "Verbesserung der Lehre" wurden die Studiengebühren von der CDU-FDP-Landesregierung eingeführt. In Wahrheit zahlen die Studierenden heute für die Instandsetzung der maroden Bausubstanz, Personalstellen im Verwaltungsbereich, finanzieren Laboreinrichtungen, Beamer und Multimediapulte. Mit einer Qualitätsverbesserung der Lehre und einer besseren Betreuung durch wissenschaftliches Personal hat das wenig zu tun. Das beweisen die Abbrecherquoten in Fächern wie Elektrotechnik und Maschinenbau. Rund 50 Prozent der Studierenden brechen ihr Studium ab.

    Wo kommt das Geld her?

    Die Ausfinanzierung der Hochschulen muss durch das Land Niedersachsen gesichert werden. Wir erleben in Niedersachsen gerade eine unverantwortliche Politik der Individualisierung der Kosten des Gemeinwesens, die durch die Schuldenbremse festgeschrieben wird.

    Die Kosten der sozialen Infrastruktur und speziell des Studiums dürfen aber nicht den Einzelnen aufgetragen werden. Gesellschaftliche Umverteilung von denen, die von unserer Gesellschaftsordnung stärker profitieren zu denen, die das nicht tun, muss erfolgen. Von oben nach unten und in gesellschaftlich sinnvolle Investitionen wie Bildung. Dies gilt selbstverständlich auch für die Hochschulen.

    Drittmittel aus der Wirtschaft dürfen nicht Grundbedarfe decken, da dies die Freiheit der Wissenschaft gefährdet. Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer müssen eingeführt bzw. angehoben werden. Ebenso geht es um die Anhebung des Spitzensteuersatzes! Das würde dem Land Niedersachsen zu Gute kommen.